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Vorab: Dies soll keine umfassende Darstellung der Geschichte der DSTG-Jugend sein. Vielmehr sollen kurz die Anfänge der DSTG-Jugend und deren Hintergründe dargestellt werden.

Tatort:
Frankfurt am Main, Westendstr. 50
Tatzeit: 30. Mai 1959, 9:00 bis 17:00 Uhr
Täter: 14 Bezirksjugendsprecher des Bundes Deutscher Steuerbeamten (BDSt)
Mittäter: Hermann Fredersdorf, BDSt-Bundesvorsitzender

Tathergang: 14 Bezirksjugendsprecher kamen überein, eine eigenständige Jugendorganisation des BDSt zu gründen. Sie wählen einen Bundesjugendausschuss. Dieser 30. Mai 1959 gilt als die Geburtsstunde der organisierten Jugendarbeit im BDSt, der sich 1972 in Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG) umbenannte. Er war jedoch nicht die Stunde Null der Jugendarbeit im BDSt. Schon in den Jahren davor erkannten die Verantwortlichen in der Bundesleitung und den Bezirks- und Landesleitungen die Notwendigkeit der Jugendarbeit. Nachdem der Deutsche Beamtenbund (DBB) bereits im Jahr 1955 eine eigene Jugend- und Nachwuchskommission gebildet hatte, die die Gründung der DBB-Jugend im Jahre 1956 vorbereiten sollte, befasste sich der BDSt-Bundesvorstand in seiner Sitzung vom 30. August bis 1. September 1956 in Friedrichshafen mit der Jugendarbeit im BDSt. Von den 39.939 Mitgliedern, die dem BDSt am 31.12.1956 angehörten, hatten etwa 3.500 Kolleginnen und Kollegen das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet.
Der Bundesvorstand bestellte den Kollegen Hans-Werner Bepler aus dem Landesverband Hessen zum Jugendvertreter des BDSt. Die Landes- und Bezirksverbände zogen nach. Auf den Landes- und Bezirksverbandstagen in den Jahren nach 1956 wurde in allen Mitgliedsverbänden des BDSt je ein Jugendvertreter gewählt, dem dann die Leitung und Durchführung der Jugendarbeit oblag.

Warum Jugendarbeit?
Doch zurück zum 30. Mai 1959. Der damalige Bundesvorsitzende des BDSt und heutige Ehrenvorsitzende der DSTG, Hermann Fredersdorf, machte auf der 1. Arbeitstagung der Bezirksjugendsprecher keinen Hehl daraus, dass es nicht nur selbstlose Nächstenliebe sei, die die Notwendigkeit einer Jugendarbeit im Verband begründe. Vielmehr fehle es in allen Bezirks- und Landesverbänden an jugendlichen Mitgliedern.
Die Frage sei: Wie bekommt man Kontakt mit der Jugend, wie interessiert man die Jugend? (Eine Frage, die heute so aktuell ist wie 1959 und all den Jahren dazwischen.)
Eine befriedigende Antwort auf diese Frage traute man damals offensichtlich eher einer Jugendorganisation als dem „Erwachsenenverband" zu. (Auch daran hat sich bis heute nichts geändert!)
Unter Gleichaltrigen spinnt sich eben eher ein Gespräch an.

Ziel der Jugendarbeit
Schon 1959 war das Thema „Ziel der Jugendarbeit" Anlass für lange und heftige Diskussionen.
Damals – auf der 1. Arbeitstagung der Bezirksjugendsprecher – wurde jedoch trotz heftiger Debatten kein Kompromiss geschlossen, sondern ein einmütiges Ergebnis erzielt, dass sich in drei Schwerpunkten darstellte:
Sicherung des Berufsbeamtentums (Berufsethos) besonders in der Steuerverwaltung
Sicherung der Organisation durch neue Mitglieder
Mitsprache und Mitwirkung der Jugendlichen in den Organen des BDSt.
(Wie man sieht, hat sich auch diesbezüglich nichts geändert – mal abgesehen vom Namenswechsel des BDSt in DSTG.)

Entwicklung der Organisation
Aus 14 Personen bestand die Mannschaft, die am 30. Mai 1959 zusammenkam, um die Jugendorganisation im BDSt zu gründen. Diese erste Arbeitstagung kann als eine Art Bundesjugendtag angesehen werden, sozusagen die Null-Ausgabe der DSTG-Bundesjugendtage. Die 14 Bezirksjugendsprecher waren demnach die ersten Delegierten. Heute ist ein Bundesjugendtag mit seinen über 80 stimmberechtigten Delegierten und zahlreichen Gastdelegierten geradezu eine Mammutveranstaltung im Vergleich zu diesem Familientreffen im Jahre 1959. Aber bereits damals wurde ein Jugendausschuss gewählt, der als Vorläufer der Bundesjugendleitung anzusehen ist. Dementsprechend kann Willi Koch aus Bad Godesberg als erster Vorsitzender der DSTG-Jugend bezeichnet werden.

Der erste offizielle Bundesjugendtag fand dann am 1. Mai 1961 in Bad Godesberg statt.